Cerese, zehn Kilometer vor der Einfahrt der Corte Casella. Dreißig Plätze, ein Kellner, eine offene Küche — und ein Fischrestaurant, das im Binnenland keinen Sinn ergeben sollte und genau deshalb funktioniert.

Die Locanda Angolo Divino liegt in der Via Cisa, am Rand von Cerese, ein paar Häuser hinter dem Ortsschild. Von außen ist sie kaum zu erkennen — kein großes Schild, kein Schaufenster, nichts, was man sucht. Drinnen dreißig Plätze, vielleicht ein paar weniger. Claudio kocht in der offenen Küche. Der einzige Kellner trägt den ganzen Abend zwischen den Tischen hindurch. Beim zweiten Mal reservieren wir drei Tage vorher — weil wir es beim ersten gelernt haben.

Was hier auf die Teller kommt, ist Meeresfisch. Kein luccio, keine anguilla aus den mantuanischen Seen, sondern was am Morgen aus dem Süden hochkommt. Carpacci, fritto misto, spaghetti allo scoglio, gamberoni al sale. Eine pinsa romana steht auch auf der Karte, fast nebenbei. Die Portionen sind groß, die Preise sind nicht. Eine Vorspeise, zwei Primi, ein Wein, ein Dessert — der Abend bleibt unter dreißig Euro.

— Die offene Küche
Dreißig Plätze, eine Küche zum Mitschauen. Claudio kocht.

Zwischen den Tischen ist es eng. Die Gäste sprechen lauter, als sie es eigentlich vorhatten. Der Kellner läuft viel, der Service geht trotzdem nie unter. Das Essen kommt à la minute, mit dem leisen Klappern aus der Küche im Hintergrund. Wir bleiben länger als geplant. Das passiert in Italien immer.

30
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kellner

Reservieren ein paar Tage vorher, sonst wird es schwierig: Locanda Angolo Divino, Via Cisa 86, 46030 Cerese (Borgo Virgilio, MN), +39 0376 236905. Abends geöffnet, sonntags auch zu Mittag — Ruhetag erfragen, er wechselt.